Frankfurt Babylon im Interview mit der Jungle World, Ausgabe 4/2026
Im Gespräch: Carlos Becker, Sandra Doeller
Interview: Leo Herrmann
Was haben unbenutzbare Quartiersplätze und trostlose Neubauviertel mit Privatisierung zu tun? Im Gespräch mit der Wochenzeitung Jungle World sprechen Sandra Doeller und Carlos Becker über die Entstehung von Frankfurt Babylon, über Gittermattenzäune, Sitzkuben und das Versagen der Stadtplanung.
Im Mittelpunkt steht die Frage, die das Projekt seit 2010 antreibt: Was verrät ein Detail über die Stadt als großes Ganzes? Frankfurt Babylon versteht das Erscheinungsbild von Stadträumen als Produkt sozioökonomischer Verhältnisse – und besetzt damit eine Lücke zwischen einem linken Stadtdiskurs, der gestalterische Fragen kaum stellt, und einem konservativen Gestaltungsdiskurs, der vielfach mit einem Rückzug in die Tradition einhergeht und soziale Fragen ausblendet.